Warnbeklebung Ba-Wü

    • Dann erkläre ich mal die die Begriffe, da sie offensichtlich verwechselt werden:

      Fluoreszierend = Tagesleuchtwirkung = Warnkleidung, Neonfarben usw.

      Phosphoreszierend = Nachleuchtwirkung = Wecker, Notausgangsschilder usw.

      Retroreflektierend = Licht wird zur Lichtquelle zurück gestrahlt = Verkehrszeichen, Rückstrahler an Fahrzeugen usw.

      Bei den genannten fluoreszierenden Folien wird ein Teil des unsichtbaren Tageslichtspektrums in sichtbares Licht umgewandelt. Entsprechend ergibt sich dadurch eine höhere Tagessichtbarkeit, vor allem bei Dämmerung bzw. Bewölkung. Diese Folien bzw. Farben wurden in der Vergangenheit vor allem an Fahrzeugen von Feuerwehr und Rettungsdient eingesetzt. Sie hatten jedoch keine retroreflektierende Wirkung, also die Fähigkeit, das Licht zur Lichtquelle zurück zu reflektieren.

      Retroreflexion ist der Effekt des klassischen "Katzenauges" und findet vor allem bei Verkehrszeichen Anwendung. Aber auch die GAPS und die "Polizei-Schriftzüge" auf Polizeifahrzeugen sind retroreflektierend ausgeführt. Damit die Retroreflexion wirksam wird, muß die Oberfläche zunächst mit gerichtetem Licht angestrahlt werden (Scheinwerfer Fahrzeug). Die Folie wirft das Licht dann zurück zur Lichtquelle und damit auch in Richtung des Fahrzeugführers

      Inzwischen gibt es Folien, die sowohl retroreflektierend, alsauch fluoreszierende Eigenschaften haben. Dadurch ergibt sich ein Optimum an Tages- und Nachtsichtbarkeit. Am Tag und bei einsetztender Dämmerung kommt es auf die Fluoreszenz an, bei Dunkelheit auf die Retroreflexion.

      Die mit der Fluoreszenz verwechselte Phosphoreszenz, daher das kurzzeitige Nachleuchten im Dunkeln (Wecker) findet in der Verkehrstechnik keine Anwendung.

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    • Hallo,

      um mal aufs Thema BW zurückzukommen. ;)

      Mit der Einführung einer blauen Polizeiuniform wurden auch neu zugelassene Funkstreifenwagen und Motorräder farblich angepasst. Zur Verstärkung der Erkennbarkeit erhalten die Fahrzeuge in der Kontrastfarbgebung silber-blau zusätzliche retroreflektierende Elemente an Fahrzeugseiten und Heck.Bis Ende 2012 wird der größte Teil der Einsatzfahrzeuge umgestellt sein, was bedeutet, dass solange sowohl silber-blaue als auch silber-grüne Polizeiautos parallel zum Einsatz kommen.

      Quelle: im.baden-wuerttemberg.de
    • Original von sojus31
      @Michael Schüler, ich muss Dich leider Enttäuschen, die LSA Passat haben Retroreflektierend.

      Sollte ja wohl bei Entfall der Gaps auch so sein. Also wieso enttäuschen? Habe niemals etwas anderes behauptet, im Gegenteil. Hatte nur nicht soviel Muße wie @UKR die physikalischen Begriffe so ausführlich zu erklären.
      Das Folienfabrikat ist ja auch nicht neu. Also jetzt nochmal die offizielle Firmenbeschreibung: "Reflexite Daybright VC 312, floureszierend (lime) gelb, retroreflektierend. Retroreflektierende Folie, Flour Lime zur Markierung von Sonderfahrzeugen mit Ausnahmegenehmigung für erhöhte Sichtbarkeit bei Tag und Nacht. Tagesleuchtkraft und maximale Reflektion bei nacht durch microprismatische Technologie." Jetzt klar? :)
      Die floureszierende Wirkung der Folie ist übrigens infolge unausweichlicher Zerstörung der Farbpigmente durch einfallendes UV-Licht zeitlich begrenzt. Mit Hilfe eingearbeiteter Schutzfilter soll die Tagesleuchtkraft bis zu drei Jahre erhalten bleiben (sagt 3M).
    • Original von Michael Schüler

      Die floureszierende Wirkung der Folie ist übrigens infolge unausweichlicher Zerstörung der Farbpigmente durch einfallendes UV-Licht zeitlich begrenzt. Mit Hilfe eingearbeiteter Schutzfilter soll die Tagesleuchtkraft bis zu drei Jahre erhalten bleiben (sagt 3M).


      Diese Zeit sollte in Anbetracht der Kilometerlaufleistung bei Fustw. der BAB-Pol. ausreichen.
      Bei Leasing-Fustw. ( die ja meist für 2 Jahre geleast sind) reicht es allemal.
    • *Wiederrauskram*

      In der neuen DPZ 03/2011 (leider ist der Internetlink nicht mehr in Funktion, im Extrapol kann man darauf zugreifen) steht wieder etwas zum immerhin in Ausgabe 03/2010 beschrieben Versuch der Ba-Wü-Warnbeklebung.
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      "Nach der wissenschaftlichen Untersuchung zur Erkennbarkeit von Streifenfahrzeugen auf Bundesautobahnen werden nun zwei Foliendesigns getestet. Derzeit sind vier Streifenfahrzeuge mit den Folientypen beklebt und auf der A 81 und der A 8 im Einsatz.
      Das Projekt zur Untersuchung der besseren Erkennbarkeit von Streifenfahrzeugen auf Bundesautobahnen oder autobahnähnlich ausgebauten Straßen (VESBA) ist auf der Zielgeraden. Auf der Basis der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universität Bremen wurden für den Praxistest vier Dienstfahrzeuge der Autobahnpolizei mit retroreflektierenden blauen sowie fluoreszierenden gel
      ben Folien ausgestattet. In den kommenden Wochen werden die beiden Foliendesigns in Testreihen an festgelegten Örtlichkeiten auf der A 81 im Bereich Rottweil sowie Heilbronn und der A 8 im Bereich
      Mühlhausen erprobt. Dabei interessiert vor allem, wiedie Verkehrsteilnehmer reagieren, ob und wie sie die Fahrtgeschwindigkeit nach dem Erkennen dieser Einsatzfahrzeuge verändern.
      Vergleichsmessungen mit den aktuellen
      blauen sowie früheren grünen „Standard
      folie“ im September 2010 haben gezeigt,
      dass bereits beim Erkennen dieser Fahrzeuge die Geschwindigkeiten signifikant zurückgenommen wurden.

      Parallel hierzu hat sich eine Masterarbeit mit der Unfalllage unter Beteiligung von Dienstfahrzeugen auf Autobahnen in den vergangenen fünf Jahren befasst, diese analysiert und die Unfallverursacher befragt. Hierbei sind auch Forschungs berichte, unter anderem aus den USA und Großbritannien, zur Beklebung von Polizeidienstfahrzeugen berücksichtigt worden.
      Praxistaugliche Handlungsvorschläge aus dieser Masterarbeit werden in die Projektgruppenergebnisse einfließen.
      Am Projekt VESBA arbeiten Polizeibeamte der Autobahnpolizeidienststellen, Vertreter aus dem Bereich Arbeitssicher heit, des Einsatztrainings, des Hauptpersonalrats der Polizei, der Gewerkschaften und
      der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Ein Ergebnisbericht mit Empfehlungen zur künftigen Folienbeklebung von Streifenfahrzeugen soll Ende des Jahres dem Innenministerium vorgelegt werden."

      __________________________________________

      Abgebildet ist ein Passat mit neongelber/blauer Warnbeklebung ähnliche dieser hier. Zusätzlich verläuft auch seitlich ober- und unterhalb der Bauchbinde der neongelbe Balken, ähnlich der Niedersachsenfahrzeuge, nur breiter.

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