Deutsche Polizei in Hollywood (und das "german" Aussehen)

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    • Deutsche Polizei in Hollywood (und das "german" Aussehen)

      Hallo zusammen,

      ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein paar Clips zusammenzutragen, die das Klischee der deutschen Polizei in Hollywoodproduktionen ein bißchen charakterisieren sollen, denn dieses hat sich in meinen Augen, was das etwas "pragmatische" Erscheinungsbild angeht, nicht viel gewandelt....

      wir fangen mal in den frühen 80ern an, als James Bond ein Auto stielt, um in die fiktive US-Militärbasis zu kommen. Hier ist besonders für mich als Franke interessant, dass James Bond ein Auto mit Bayreuther Kennzeichen entwendet (BT), das neben einem Kastenwagen mit Erlanger (ER) Kennzeichen steht, nur um dann von zwei BMW und einem Motorrad, allesamt mit Nürnberger Kennzeichen (N) verfolgt zu werden, obwohl die Szene angeblich in der Nähe von Berlin spielt. Schön auch zu sehen in der letzten Sekunde, deutsche "wir hatten ja nix"-Mentalität (ein Blaulicht pro BMW) ggü. amerikanischen Lightbars....



      Wir schwenken um zu Bourne:



      Actionteam Leon wird wohl die meisten Fahrzeuge in dem Film gestellt haben. Es macht aber eher einen "russisch" anmutenden Look, wenn man all die Drehspiegel in der kalten Hauptstadt Berlin sieht.




      Während die Polizei hier wenigstens noch dem "Zeitalter" entsprechend gezeigt wird.

      Ist sie hier nur noch zu einem stereotypischen amerikanischen Stereotyp verkommen- VW T2, Wandel-Goltermann, Til Schweiger aber in neuster Bundespolizei-Uniform:




      Und das hier noch als Rausschmeißer, da alle Audis ein deutsches Bundespolizeikennzeichen tragen, aber die Szene (gedreht in Berlin) wohl in Litauen? spielen soll:

      Das höchste Lob eines Franken: "Bassd scho!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Beck2000 ()

    • Viel schlimmer finde ich, das in den meisten deutschen Filmen die Polizei oft lächerlich wirkt. Die Produktionsfirmen wollen immer Kosten sparen und leihen sich dann "schrottreife" Filmautos die es ganz oft so nie bei deutschen Polizeien gab. In vielen Bundesländern kann man auch "echte" Polizeifahrzeuge bekommen allerdings immer nur von einem "echten" Polizisten gefahren :)

      Zu dem Avengers Film .... Ich habe das mit Litauen und deutscher Polizei auch nicht kapiert.
    • Beck2000 schrieb:

      Und das hier noch als Rausschmeißer, da alle Audis ein deutsches Bundespolizeikennzeichen tragen, aber die Szene (gedreht in Berlin) wohl in Litauen? spielen soll:
      Naja, ganz passen die Kennzeichen nicht zur Bundespolizei. Denn sie haben im Film das Muster 'BP [Zahl (drei- bis vierstellig] [Buchstabe].'

      Und dazu kommen dann die uniformierten Streifenwagen im rumänischen Design. Wobei, nicht ganz. Die seitlichen Dekorstreifen sind auf den Kopf gestellt - rot gehört eigentlich nach unten.


      Film halt.
    • roberto73 schrieb:

      Viel schlimmer finde ich, das in den meisten deutschen Filmen die Polizei oft lächerlich wirkt. Die Produktionsfirmen wollen immer Kosten sparen und leihen sich dann "schrottreife" Filmautos die es ganz oft so nie bei deutschen Polizeien gab. In vielen Bundesländern kann man auch "echte" Polizeifahrzeuge bekommen allerdings immer nur von einem "echten" Polizisten gefahren :)
      Leider nicht nur in Hollywood so. Viel deutsche Produktionen handhaben das genau so. Da wird auch immer das Älteste rangekarrt, was man grade so gefunden hat. Und dann meistens noch mit Drehspiegel....

      Reißt mich immer wieder aus einem Film, wenn ich so lieblose Arbeit sehe...
      Das höchste Lob eines Franken: "Bassd scho!"
    • Beck2000 schrieb:

      Und dann meistens noch mit Drehspiegel....
      Ich hatte mal fotografisch mit der o.g. Firma LEON zu tun gehabt: Es ist für Filmproduktionen ganz schwierig Blaulicht, das von Xenonanlage produziert wird einzufangen. Darum gibt es noch so viel Drehspiegel, weil man das dann auch im Film sieht. Dei Doppelblitz passt das von der Frequenz her nicht oder so ähnlich. Bei LED scheint sich das langsam zu bessern. Das Phänomen konnte ich auch schon auf YouTube filmen beobachten, dass man denkt, da leuchtet kein Blaulicht. Dabei ist es "nur" Doppelblitz.
    • Beck2000 schrieb:

      Jo, mit deutschem Amtssiegel und deutscher FE-Schrift... ja ne is klar
      ja stimmt, hatte mir das Video nur in "klein" angesehen.

      Bei den Heckaufnahmen habe ich nun auch die HU-Plaketten gesehen.

      Ich nehme also alles zurück und behaupte das Gegenteil.

      Jedenfalls handelt es sich hier um Phantasiekennzeichen.
      Dennoch:
      die deutschen Details sind schwieriger zu erkennen als die Syntax an sich -
      und die ist undeutsch
    • Beck2000 schrieb:

      Hallo zusammen,

      ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein paar Clips zusammenzutragen, die das Klischee der deutschen Polizei in Hollywoodproduktionen ein bißchen charakterisieren sollen, denn dieses hat sich in meinen Augen, was das etwas "pragmatische" Erscheinungsbild angeht, nicht viel gewandelt....

      wir fangen mal in den frühen 80ern an, als James Bond ein Auto stielt, um in die fiktive US-Militärbasis zu kommen. Hier ist besonders für mich als Franke interessant, dass James Bond ein Auto mit Bayreuther Kennzeichen entwendet (BT), das neben einem Kastenwagen mit Erlanger (ER) Kennzeichen steht, nur um dann von zwei BMW und einem Motorrad, allesamt mit Nürnberger Kennzeichen (N) verfolgt zu werden, obwohl die Szene angeblich in der Nähe von Berlin spielt. Schön auch zu sehen in der letzten Sekunde, deutsche "wir hatten ja nix"-Mentalität (ein Blaulicht pro BMW) ggü. amerikanischen Lightbars....
      Hallo,

      bzgl. "007-Octopussy": Da liegst Du falsch, der Film soll schon in Franken spielen, namentlich auf der frei erfundenen "US Air Base Feldstadt". Gedreht wurden die Szenen allerdings im damaligen Westberlin. Die Verfolgungsjagd wurde auf der AVUS gedreht (Ausfahrt Hüttenweg, Zufahrt zum Jagdschloss Grunewald). Das Gelände der "US Air Base Feldstadt" könnte der Flugplatz Gatow (ehemalige RAF Gatow) sein, da können aber sicherlich die Berliner hier im Forum genaueres sagen. Insofern geht auch das bayerische Design der BMW 5er E28 durchaus in Ordnung und 1983 war ja auch ein Einzelblaulicht in Bayern nicht unnormal.

      Von allen hier aufgezählten Filmen ist "Octopussy" somit am nächsten an der Realität dran, der Rest ist alles Grütze.

      Passt meiner Meinung nach aber vortrefflich zu Til Schweiger, denn der kann ja auch kein richtiges Deutsch. ;)

      Gruß
      Daniel
    • Ein neuer Exkurs in einen (nicht orginären) Hollywood-Film, den deutschen Film Steig.Nicht.Aus! (Analogie zu Wir.Dienen.Deutschland!)

      Etwa in der Mitte des Films wird unser "Bombenfahrzeug" von einem "SEK/Polizei-Team" gestoppt. Allerdings können sich die Protagonisten noch auf den Platz vor das Konzerthaus in Berlin retten: klar, dort konnte man alles arrangieren wie auf einem Jahrmarkt und die Drehgenehmigungen waren leichter einzuholen als auf einer belebten Hauperverkehrsachse, die das Geschehen aber noch besser hätte wirken lassen können. Es reihen sich alte Opel Vectras und Mercedes von ACTIONTEAM-Leon, mehrere Vitos, schnell bei der nächstgelegenen Hertz-Filiale gemietet- und ein CGI-Helikopter im brandenburgischen Design. ein um den dicken Mercedes Geländewagen (Till Schweiger lässt schön grüßen) zu stoppen. Ein Sprinter des Kampfmittelräumdienstes mit Kofferaufbau und FedSeg Mini-Solaris (vermute ich) in Orange und eigenwilligem Design rast heran, SEKler und Polizisten säumen die leider nicht wirklich anatomisch wirkende Szenerie. Es wirkt alles wieder sehr wie Kammerspiel und typisch deutschem Theaterensemble, als nach Actionfilm- bzw. Thriller nach amerikanischem Vorbild. Der Einsatzleiter der Polizei steigt in einen ELW (LKW), den ich so noch nicht gesehen habe. Die Streifenwagen haben natürlich meist alle Drehspiegel-RTK- hochmordern. Die Berliner Feuwewehr hat ihre ältesten Fahrzeuge vor Ort gebracht, um ebenfalls der Modernität der Hauptstadt gerecht zu werden. Sogar der alte WaWe der ersten Generation (älter als der WaWe 9), der in der Filmbranche dazu dient, Regen zu simulieren oder Oberflächen zu befeuchten, wird uns hier als Einsatzfahrzeug verkauft. Man sieht ihn kurz. Es wirkt alles einfach sehr gestellt und nach Kulisse. Aus der Totalen wird sehr selten gefilmt.
      Das höchste Lob eines Franken: "Bassd scho!"

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    • naja, das sind Unterhaltungsfilme ... die Polizeiarbeit an sich wird ja auch nicht realitätsgetreu dargestellt, warum sollte das für die Fahrzeuge gelten ?!

      wobei ich ich ehrlich gesagt oft über amerikanische / engliche / canadische Produktionen wundere,
      da erkennt man ja sogar die auf zivil-getrimmten Fahrzeuge auf Anhieb, die haben anscheinend mehr Liebe zum Details (oder werden dort echte Einsatzfahrzeuge genutzt ?)
    • 041 schrieb:

      naja, das sind Unterhaltungsfilme ... die Polizeiarbeit an sich wird ja auch nicht realitätsgetreu dargestellt, warum sollte das für die Fahrzeuge gelten ?!

      wobei ich ich ehrlich gesagt oft über amerikanische / engliche / canadische Produktionen wundere,
      da erkennt man ja sogar die auf zivil-getrimmten Fahrzeuge auf Anhieb, die haben anscheinend mehr Liebe zum Details (oder werden dort echte Einsatzfahrzeuge genutzt ?)
      Na will der Tatort (zumindest die meisten) nicht realitätsnah sein? Der Münchner Tatort bekommt das ja einigermaßen hin hin auch der aus Hannover.
      Ich finde halt nur die Anbieter socher Fahrzeuge etwas seltsam, zumal es ja auch oft EX Polizisten sind. So schwer kann es ja nicht sein einen realistischen Fuhrpark anzubieten.

      Zum Thema USA, ich kann mir es vorstellen das man dort auch "echte" Fahrzeuge bekommen kann. Aber die Anbieter dort sind viel, viel größer und haben zum Teil hunderte Fahrzeuge im Bestand. Aber unrealistische Dinge haben die auch .... fällt ganz oft bei den Hubschraubern auf z.B.

      Was meinst du mit "zivl-getrimmte" Fahrzeuge? Die Amis fahren ja nicht wirklich "zivile" Fahrzeuge wie bei uns :)
    • Der Film ist u.a. bei Maxdome oder Amazon Prime zu leihen, wer ihn sich ansehen will.
      Es wirkt alles sehr bemüht und inszeniert.

      Was mich aufregt bei deutschen Produktionen, sind nicht einmal so sehr die "Einsatzfahrzeuge", es ist vor allem das, wie Actionszenen inszeniert werden- das lässt sich vor allem auch bei unserem allseits beliebten Alarm für Cobra 11 erkennen:
      Bei Verfolgungsjagden sind die Straßen (Gehsteige, etc.) menschenleer. In Berlin. Um die Mittagszeit. Oder eben Düsseldorf, oder Köln. Es wirkt nicht echt.
      Und bei Steig.Nicht.Aus sieht man dann zur Krönung noch in einigen Straßenschluchten die Mitarbeiter von CineBlock stehen vor Gittern, wie sie den Drehort absperren. Wo ich mir immer denke: Lasst es bleiben, wenn ihr es nicht könnt.
      Das höchste Lob eines Franken: "Bassd scho!"
    • roberto73 schrieb:

      Was meinst du mit "zivl-getrimmte" Fahrzeuge? Die Amis fahren ja nicht wirklich "zivile" Fahrzeuge wie bei uns
      ich meinte schon zivile* Fahrzeuge,
      und mit getrimmt meinte ich, dass die Filmproduzenten normale Privatfahrzeuge nehmen und sie wie Zivile aussehen lassen wollen, wobei ihnen das m.M.n. realitätsnäher gelingt,
      als den Deutschen.

      *
      "Zivil" ist für mich erstmal nur ein Sammelbegriff für alles
      was nicht in den lokalen "Polizeifarben" coloriert ist.

      Natürlich geht es mehr oder weniger "Zivil", getarnt, wie man das auch immer bezeichen will,
      ohne bei den Erkennungsmerkmalen ins Detail gehen zu wollen

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